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Tagebuch 2002
1.Halbjahr
1. Januar
An der Linde vorm Haus interessiert
sich, übrigens wie in jedem Jahr um diese Zeit, ein Blaumeisen-Pärchen für die Nistkanne.
3.Januar
Wir haben heute eine interessante
Beobachtung gemacht. Spatzen und Rotkehlchen versuchten,
aus einer zugefrorenen flachen Vogeltränke zu trinken. Daraufhin entfernten wir
das Eis und füllten die Tränke neu mit Wasser. Kaum waren wir damit fertig,
flog ein Schwarm Spatzen heran, trank und badete munter trotz Schnee und Kälte.
Als die Sperlinge davon geschwirrt waren, vergnügte sich auch das Rotkehlchen.
Offensichtlich benötigen einige Vogelarten auch im Winter Trink- und
Bademöglichkeiten.
17.Januar
Heute gegen Mittag lag vor unserem
Küchenfenster in der Kälte auf dem Rücken eine ausgewachsene Amsel.
Sie zitterte, ein Zeichen, dass sie noch lebte. Wie es zu diesem Debakel
gekommen ist, blieb uns unbekannt. Wir hoben sie vorsichtig auf, betteten sie
eingehüllt in zwei Tücher und brachten sie auf unseren, bereits früher einmal
erwähnten „Monet-Heuhaufen“. Sie konnte sich vorerst nicht auf den Füßen
halten. Die Tücher und die Mittagssonne erwärmten sie, so dass sie nach etwa
zwei Stunden wieder an Kraft gewann und, als wir sie weiter betreuen wollten,
auf und davon flog. Wir sind gespannt, ob wir sie in den nächsten Tagen am
Futterhäuschen gesund und munter wieder sehen werden.

Das
Foto vom Ereignis
20. Januar
Sonnenschein und Tauwetter. In den letzten
Tagen hatte ich wegen Frost fast jeden Tag ein Loch in das Eis auf unserem
Teichbecken gebohrt, um den Druck abzulassen, der durch die Eisbildung
entsteht. Heute ist das nicht nötig. Am Rande der Becken ist das Eis
geschmolzen. Überall Pfützen im Garten, in einer baden die Sperlinge mit Vergnügen. Die Vögel zwitschern, als sei Frühling.
22.Januar
Bisher größte Katastrophe. Bitter
trauriger Tag. Unterm Eis entdecken wir drei tote Koi. So verheerend war noch kein Winter, dabei haben wir erst
Januar. Wir sind geschockt. Irgendetwas machen wir falsch.
23.Januar
Trauerarbeit. Endlich gelingt es, unter
der 15cm dicken Eisdecke an die toten Fische heranzukommen und sie
herauszuholen. Vier Koi tot, unsere schönsten Exemplare, jeder
etwa 35cm lang. Da sinkt die Lust auf null. Nicht einmal viel Neigung
nachzudenken, woran es denn gelegen haben könnte. Gewiss, der Winter war
offenbar strenger als empfunden, jedenfalls das Eis viel dicker als vermutet.
Es sieht so aus, als habe Sauerstoff gefehlt. Wir haben in der letzten Zeit
nicht genug Initiative entwickelt, um den Fischen Sauerstoff zuzuführen.
Bemerkenswert ist, dass bis jetzt alle kleinen und auch die mittelgroßen Fische
überlebt haben. Schon überlegen wir, ob wir nicht doch den elektrischen Eisfreihalter
wieder in Gang bringen sollten. Wir hatten ihn wegen des starken
Motorgeräusches im Wasser ausgemustert.
26.Januar
Unter der Eisdecke ist heute ein auf
dem Rücken liegender großer Frosch zu sehen mit einer weißen, schwarz
gemusterten Bauchseite. Er streckt die Beine von sich, hat einen dicken, runden
Bauch. Es ist nicht auszumachen, ob er sich in Winterstarre befindet oder gar
verstorben ist. Woran liegt es, dass er plötzlich auftaucht?
27.Januar
Über Nacht ist das Eis endlich so weit
abgetaut, dass wir an den Frosch herankommen. Es ist der Teichfrosch „Rambo“. Er ist tot, wahrscheinlich
vom Alter dahingerafft. Das wäre noch die günstigste Variante des Sterbens in
diesem Winter in unseren Teichbecken.
18. Februar
Hinter dem Haus fanden wir heute
verstreut auf etwa einem halben Quadratmeter eine Menge kleine blaue Federn.
Sollte der Fuchs hier eine Mahlzeit eingenommen haben?
Sinnigerweise entdeckten wir unmittelbar daneben einen stattlicher Haufen Kot,
der weder nach Katze aussah noch roch.
24. Februar
Zum wiederholten Male besucht ein Kernbeißer unser Futterhaus. Schön, dass es solch
prächtigen Vogel in der Region noch gibt. Wenn er auftaucht, fliegt zwar die Amsel auch an, etwa aufs Dach vom Futterhaus, bleibt aber
respektvoll zurückhaltend, was das Futtern betrifft.
27. Februar

Seit einigen Tagen hält sich ein Dompfaffen-Pärchen in der Nähe unserer Futterhäuschen auf. Da wir diese Vogelart in
der Regel nur im Frühjahr bei uns beobachten, nehmen wir an, dass sich unser
Pärchen auf der Durchreise befindet, sich bei uns sättigt und Kraft für den
Weiterflug sammelt.
28. Februar
Zu unserer Überraschung entdeckten wir
beim Frühstück an der Nistkanne für die Stare
einen Vorboten. Er besichtigte ausgiebig Kanne und Umfeld und verschwand. Ob er
wohl wiederkommt?
1. März
Kaum haben sich frühlingshafte
Temperaturen angekündigt, ist der in der Nähe ansässige Eichkater wieder häufig in unserer Linde vor dem Haus zu sehen.
Emsig schält er dünne Äste ab, wickelt geschickt den dabei entstehenden Bast zu
einem Knäuel zusammen und transportiert diesen dann offensichtlich in seinen
Kobel, den er in hohen Baumwipfeln so versteckt, dass wir ihn selbst mit
größter Mühe nicht ausfindig machen können.
2. März
Leider fliegen ab und zu Vögel an
unsere Fenster. Im schlimmsten Fall verletzen sie sich dabei tödlich. In der
Regel sind sie nur geschockt, sitzen dann eine zeitlang auf dem Boden und fliegen,
wenn sie sich erholt haben, auf und davon. Heute passierte dies einem kleinen Erlenzeisig. Wir nutzten seine Benommenheit aus,
um ihn zu fotografieren.

9. März
Früh am Morgen zog
ein Graureiher hoch über die
Kiefern hinweg. Interessiert er sich für unsere Fische?
10. März

Heute hantierte
ein Schwarzspecht an einer Kiefer
im Waldrevier unserem Garten gegenüber.
11. März
Gegen neun Uhr
besichtigten zwei Stare die Starkanne, vermutlich Mann mit Weib,
jedenfalls hatte der eine im morgendlichen Sonnenlicht ein total silbernes
Outfit.

Bei frühlingshaftem Wetter flatterte am Vormittag
der erste Zitronenfalter vorüber. Und
oben in den Lüften war ein schöner großer Vogelzug
im Flug gen Osten zu beobachten.
23. März
Das anhaltend unbestimmte und kalte Wetter mit unfreundlichen Temperaturen hält zumindest die größeren Vögel nicht davon ab, Nester zu bauen. So begnügen sich beispielsweise die Eichelhäher nicht mit am Boden liegenden kleinen Ästen für ihre Brutstätten, sondern sie bemühen sich intensiv, oft jedoch mit wenig Erfolg, frisches Geäst von den Fliedersträuchern zu brechen. Warum gerade davon, ist uns schleierhaft. Wir beobachten dies jedoch schon seit Jahren.
Die Amseln hingegen scheinen Nestbau erst einmal zu üben: An verschiedenen Stellen in Sträuchern und Bäumen kann man ihre angefangenen und nicht vollendeten Bemühungen beobachten.
27. März
Das Fischsterben dieses Winters beschäftigt uns sehr. Was hatte es für eine Ursache? Wir haben uns mit einem Zoologen unterhalten. Von ihm kam ein Hinweis, der uns schlüssig scheint. Er sagte, was wir an sich ja auch schon wussten, dass die Fische im Winter ihre Ruhe brauchen. Werden sie aufgestört, kommen sie hoch unters Eis und frieren unter Umständen ein. Eben dies ist offenbar geschehen. Denn in diesem Winter wurde mehrere Wochen lang auf der Straße vor unserem Eck-Grundstück für eine Abwasserleitung gebaggert, dann der Boden festgerammt und schließlich die Pflastersteine mit einer Ramme wieder festgeklopft. Diese wochenlange ständige enorme Erschütterung des Bodens (Höhepunkt das Abwerfen von Betonplatten gegenüber im Wald, was wie ein Erdbeben den Grund beben ließ) hat die Fische offenbar so aufgestört, dass sie unters Eis zogen und dort verendeten.
29. März
Bei strahlendem Sonnenschein zum Karfreitag nach langer Schlechtwetter-Lage wagte sich ein erster Frosch aus den Tiefen des Teiches. Er nahm, wie es für Teichfrösche üblich ist, ein ausgiebiges Sonnenbad.
Auch die Fische haben sich längere Zeit an der Wasseroberfläche aufgehalten, kamen an den Teichrand und futterten ein paar Sticks.
3o. März
Nochmals strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen bei ca. 16 Grad Wärme. Zu unserer Freude tauchte ein weiterer, etwas kleinerer Teichfrosch als der vorherige im Wasser auf. Wir hoffen, dass sie Männlein und Weiblein sind.
Inzwischen nisten in unserem Garten: ein Blaumeisenpärchen, zwei Amsel-Paare und Stare. Hoch oben in einer unserer Pappeln scheinen sich Finken einquartiert zu haben.
Angelockt von den Frühjahrs Blühern schwirrten bereits einige Schmetterlinge durch unseren Garten: Zitronenfalter, Tagpfauenauge, C-Falter.

C-Falter
2. April
Der kleinere Teichfrosch, der sich eingefunden hat, bekam heute zwei Regenwürmer, die er dankbar annahm und verspeiste. Am Nachmittag quakte er verhalten, aber immerhin. Der große Teichfrosch wurde vernachlässigt, weil unverhoffter Besuch uns ablenkte.
Im Froschpfuhl entdeckten wir einen mittelgroßen Moorfrosch.
8. April
Es muss einmal ein Lob auf die fleißigen und nützlichen Hummeln ausgesprochen werden. Seit Tagen ist ein für die Jahreszeit viel zu kaltes Wetter, sogar mit Nachtfrösten. Dennoch stehen einige Bäume ( z.B. Zwetschken ) und Sträucher ( Schwarze Johannisbeere ) schon in Blüte. Kommt man in ihre Nähe, kann man die unermüdliche Tätigkeit der Hummeln hören und sehen. Sie lassen sich nicht von den Unbilden des Wetters beeinflussen, sammeln den Nektar und bestäuben dabei die Blüten. Alle anderen Insekten benötigen dazu günstigere Wettervoraussetzungen, sind daher noch nicht aktiv.
14. April
Heute hatten wir endlich wieder einmal eine westliche Luftströmung (Von uns deutlich daran zu erkennen, dass die in Tegel landenden Flugzeuge über uns hinwegfliegen.) Das brachte zwar im Moment kaum mildere Luft, aber die Tiere, zumindest die Vögel, schienen trotzdem genau zu spüren, dass der Frühling nicht aufzuhalten ist. Jedenfalls entfalteten sie rege „Nest-Aktivität“. Der Star packte einen vertrockneten Halm und schleppte ihn hoch in seine Nistkanne. Ein Eichelhäher wollte sich ein Ästchen vom Fliederbusch holen, hatte aber nicht genug Geschick. Die Amsel baute mit Hochdruck an ihrem wohl nun dritten Nest, das sie in einer Astgabel einer Pappel anlegt. Als der Amselhahn prüfte und auch darin herumwirtschaftete, vertrieb sie ihn mit einem Bündel trockener Blätter im Schnabel. Und in einer unserer Fichten schienen zwei Ringeltauben einen möglichen Nestplatz zu sondieren.
15. April
Neugierig und wahrscheinlich auf Futtersuche streifte der Graureiher über unseren Garten. Ein dringendes Signal, unsere Draht-Schutzgeflechte über den Teichbecken auszubessern.
Der neue Nistplatz des Amsel-Pärchens ist kaum vier Meter von der Starkanne entfernt. Nach unseren Erfahrungen ist es ungewöhnlich, dass beide Vogelarten so nahe beieinander brüten. Eben beobachteten wir, wie Amsel- und Starhahn gemeinsam einen Eichelhäher vertrieben. Wir sind gespannt, ob diese Vogel-Koalition von langer Dauer sein wird.
18. April
Ein wichtiger Biotop im Garten ist der Komposthaufen. Er dient jedoch bei weitem nicht nur der Verbesserung der Gartenerde, sondern ist gleichzeitig ein Aufenthaltsort für eine große Anzahl von Lebewesen. Die Auffälligsten und Geläufigsten unter ihnen sind Regenwürmer, aber es gibt bei genauer Beobachtung noch viel mehr Getier. Heute z.B. räkelte sich im warmen Sonnenschein ein Dungkäfer, auffallend durch seine schwarze Farbe, seine gezackten Beine und seinen flachen Kopf. Er war mit Sicherheit erstmalig aus der wärmenden Komposterde an die Oberfläche gekommen.
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19. April

Die genaue Bestimmung der Tiere im Garten (beispielsweise der Insekten) ist oft schwierig. Den Dungkäfer von gestern haben wir heute noch einmal unter die Lupe genommen, bevor wir ihm seine Freiheit wieder gegeben haben. Dabei stellten wir fest, dass es sich wohl eher um einen großen Mistkäfer handelte. Er hatte auf dem Rücken zwischen den Flügeln eine Dreieck-Markierung sowie einen schmaleren Kopf und eine etwas andere Fühler-Disposition als der Dungkäfer. Außerdem hatte er eine Größe von fast zwei Zentimetern, während der Dungkäfer maximal 1,3 Zentimeter lang wird.
23. April
Das Blühen der Bäume und Sträucher und eine warme Witterung führen zum Erscheinen zahlreicher Insekten: nützlicher und unnutzer. Umfangreich ist die Gattung der Wanzen. Zu ihr gehört die Feuerwanze (auch Feuerkäfer genannt). Wir haben bislang nicht festgestellt, dass sie an Samen oder Pflanzen Schaden anrichtet. Aber sie ist einfach lästig. Sie tritt meist in großen Gruppen an den Füßen von Bäumen, an Wänden oder auf Hausumrandungen auf, und das von März bis Oktober.

Ein ganz anderes Kaliber ist die Gemeine Stinkwanze, die eine Art Schild als Panzer auf dem Rücken hat. Sie verbreitet – wie übrigens auch die Braune Beerenwanze – einen widerlichen Geruch. Beide verderben durch ihren Gestank z.B. unsere Himbeeren, sobald sie sich auf ihnen niederlassen.

24. April
Am frühen Morgen konnten wir zwei Ereignisse in der Vogelwelt beobachten. Eine Elster versuchte in diebischer Absicht an das Amselnest heranzukommen, das sich in einer Astgabelung eines Pappelstammes befindet. Unter lautem Vogelgeschrei gingen ihr beide Amseln, die daneben wohnenden beiden Stare und sogar das kleine Blaumeisenpärchen an den Kragen und vertrieben sie gemeinsam.
Dann ereignete sich etwas, das wir in jedem Jahr um diese Zeit erwarten. Der Trauerschnäpper ist angekommen. Er inspizierte vorsichtig den Nistkasten der Blaumeisen und stellte offensichtlich fest, dass er hier zu spät gekommen ist. Aber im Garten befinden sich noch unbenutzte Unterkünfte für ihn. Wir sind gespannt, ob er davon Gebrauch macht.
26. April
Der Zeisig (Erlenzeisig) war im Winter an unseren Futterhäuschen zu beobachten. Da hinterließ er den Eindruck, ein Einzelgänger zu sein. Allenfalls Hahn und Henne konnte man unterscheiden, besitzt doch der Hahn eine Art Käppi (dunkel) auf dem Kopf. Er scheint sich inzwischen mit seinen Artgenossen zusammengetan zu haben. Vor einigen Tagen zeigten sich mehrere Male Zeisig-Schwärme (je etwa 20 bis 60 Vögel) in unserem Garten. Wohin werden sie letztendlich gezogen sein?

27. April
Heute Nacht hörten wir mit Freude einen Teichfrosch quaken. Das ist in diesem Jahr deshalb so erfreulich, weil wir im Winter arge Verluste hinnehmen mussten.

Uns zum Trost halten sich zwei Moorfrösche in unserem Froschpfuhl auf, die allerdings still vor sich hin schweigen.

28. April
Das ist der Teichfrosch, der vorige Nacht sein Konzert gegeben hat. Auch am Tage meldete er sich lautstark.

1. Mai

Beim Unkrautjäten fand ich eine kleine Kugel. Sie sah aus wie eine dunkle Perle. Plötzlich bewegte sie sich, streckte sich und zeigte Fühler und insgesamt 14 Beine.

Es war eine bei uns nicht sehr häufige Kugelassel. Was doch die Natur für wundersame Dinge hervorbringt.
6. Mai
Eine Premiere besonderer Art! Wir stellen ab heute gelegentlich Filmchen,
Movies genannt, auf unsere Homepage. Wir beginnen mit unserem quakenden
Teichfrosch.
Klicken Sie hier. Aber haben Sie bitte
Geduld! Der Media Player braucht etwa eine Minute, um das Filmchen zu laden,
und dann ist der erste Durchlauf - bitte wieder Geduld! -
noch stockend und ungenau. Doch dann, beim zweiten Durchlauf, ist es das
reine Vergnügen!
8. Mai
Im Winter sind
einige Teichfrösche verstorben, so dass letztlich nur zwei übrig
geblieben sind. Diese beiden haben das Teichrevier unter sich aufgeteilt. Einer
residiert diesseits, der andere jenseits der Brücke. In einer Sache scheinen
sie sich einig zu sein. Fremdlinge verdrängen sie. Heute ist zum Beispiel eine Erdkröte im Wasser aufgetaucht, die alsbald attackiert
wurde und leider wieder verschwand.

9. Mai
Heute eine
gefährliche Situation am Teich. Als wir mittags arglos an der Tür standen,
gewahrten wir mit Schrecken einen Graureiher, der gemütlich
um den Teich spazierte und die Lage und mögliche Beute sondierte. Was tun?
Wegjagen oder fotografieren? Er war so anständig, ließ unsere Frösche und
Fische in Ruhe und flog zum Fototermin auf eine naheliegende Kiefer.

11. Mai
In der Frühe
wurden wir auf das Gequake im Fisch- und Froschteich aufmerksam. Bei den Teichfröschen gab es nicht mehr das seit Tagen übliche
Quak-Duo, sondern zu unserer freudigen Überraschung ein Trio. Zu den hohen
Tönen des Duos hatte sich ein tiefes Quap-Quap gesellt. Sind es nun alle drei
Frosch-Männer oder haben sie ein Weibchen angelockt? Man wird sehen.
16. Mai
Wenn der Star seinen Nachwuchs so füttert, nämlich von außen, zeigt das auch den hungrigen
Feinden, dass die Kleinen da drinnen fast flügge und also appetitlich sind.

Höchste Gefahr! Weil nämlich die Jungtiere auch den anfliegenden Feind für Vater oder Mutter halten, sich hochrecken und leicht gepackt und aus dem Loch gezerrt werden können. Schon scheint sich die Zahl der Stimmen da drinnen reduziert zu haben.
23. Mai
Seit heute früh
sind wieder vier Teichfrösche in unserem Fischteich. Sie benehmen sich wie
Wrestling-Ringer, jeder beansprucht den Platz, den gerade ein anderer innehat.
Sie springen aufeinander und machen dabei ein höllisches Quak-Spektakel (siehe Movieclips). Uns macht es Freude ihnen zuzuhören und zu
schauen.
Ganz im
Gegensatz dazu ist das Benehmen zweier Moorfrösche.
Sie sitzen seit Tagen eng beieinander in einer Kute des Teichufers völlig
unbeeinflusst vom Spektakel der Teichfrösche.

24. Mai
Regengüsse
animieren Frösche ihre Aufenthaltsorte zu wechseln. Dies betrifft auch die Teichfrösche. Immer wenn es regnet, sind wir gespannt, wen die
Wanderlust gepackt hat und wer von unseren Lieblingen uns die Treue hält. Der
Regenguss der vergangenen Nacht hat zu unserer Freude aber keine Verluste,
sondern zwei Neuzugänge gebracht: große dicke fette Teichfrösche. Wird dies das
Liebesleben der Froschgemeinde beflügeln?

25. Mai
Betrifft Schnecken: Eigentlich sind uns alle Tiere im Garten lieb.
Aber wenn diese überhand nehmen und Schaden anrichten, wird es kritisch. In diesem
Jahr gibt es bei uns eine Schneckenplage. Garten-Fachleute empfehlen
Bierfallen. Diese haben wir an neuralgischen Punkten aufgestellt. Leider
mussten wir feststellen, dass die Fallen zwar funktionieren, aber auch die
Pflanzen abgefressen sind. Das Dilemma: Zuerst fressen die Schnecken und dann
saufen sie. Wie sollte es auch anders sein!

27. Mai

Beide
Neuankömmlinge des 24. Mai heute Vormittag einträchtig beisammen im
Froschpfuhl. Am frühen Nachmittag wechselte einer der kapitalen Teichfrösche hinüber zu den Teichbecken, aber keines der fünf inzwischen dort
residierenden Männchen wurde mobil. Vorausgesetzt, dass wir das richtig
einschätzen, dass es sich bei den fünf Kleinen um Männchen und bei den zwei
Grossen um Weibchen handelt.
6. Juni
Das Verhalten
unserer Teichfrösche ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Die
Ursachen sind für uns rätselhaft. Es kann daran liegen, dass sich in jedem Jahr
neben dem Stammpublikum auch Neuzugänge einfinden. Im vorigen Jahr saßen die
Frösche mit Vorliebe sehr vertraut eng beieinander. Nur der im Winter
gestorbene Rambo war ein Einzelgänger, der sehr energisch das von ihm errungene
Terrain verteidigte. In diesem Jahr dagegen gab es von Anfang an eine strikte
Revieraufteilung. Sieben Frösche – sieben Reviere, die teilweise mit lautem
Getöse, sprich Gequake und kämpferischen Auseinandersetzungen, verteidigt
werden (siehe Movieclips). Es geht aber offenbar auch um die beiden Fröschinnen (siehe 27.Mai).
8. Juni
Bei unserem
morgendlichen Spaziergang durch den Garten entdeckten wir am Rande eines
Pflanzendickichts, zwischen Fischteich und Froschpfuhl, einen Huckepack (siehe
Foto). Ein großes Teichfroschweibchen trug ein kleines Männchen auf den Rücken. Wenig
später „amüsierten“ sich beide im Pfuhl. Sie trennten sich. Eine Stunde später
hockten sie wieder vereint im Fischteich. Laich konnten wir bislang nirgends
sehen.

9. Juni
Eichhörnchen Mutter und Kind streiften heute auf Nahrungssuche
durch unseren Garten. Sie bevorzugten selbstverständlich die Bäume. Da die
Nüsse noch längst nicht reif sind, begnügten sie sich mit den Kienäpfeln der
Kiefern. Während sich die Mutter abseits aufhielt, präsentierte sich das Junge
wie ein Shooting-Star.

10. Juni
Unübersehbar
an mehreren Stellen in den Teichen: Froschlaich!

17. Juni
Das
Laichgeschäft bei unseren Teichfröschen scheint abgeschlossen zu sein. Die
Aggressivität unter den Fröschen hat nachgelassen, gemütliches Beisammensein
ist angesagt.

18. Juni
Wir haben uns vorgenommen, die Entwicklung von Kaulquappen zu Fröschen festzuhalten.
Hoffentlich gelingt dies! Da wir zwei Arten von Fröschen in diesem Jahr in unserem
Teich beobachteten, kann es sich bei der hier vorgestellten Kaulquappe um einen
Moor- oder einen Teichfrosch handeln. Das vergrößerte Foto zeigt
eine etwa eine Woche alte Quappe. Zum Größenvergleich daneben eine ca. 5 mm
große Teichlinse.

22. Juni
Ein Gartenteich ist ein bewunderungswürdiger
kleiner Biotop. Immer wieder kann man - nimmt man sich die Zeit - neben den
Fischen und Fröschen unzählige kleine Lebewesen entdecken. Heute beobachteten
wir eine Libellenlarve. Sie ist wahrhaftig keine
Schönheit, aber in einiger Zeit wird sie sich an einem Blüten- oder
Pflanzenstängel als wunderschöne Libelle zeigen.

28. Juni
Pünktlich zur Jahreszeit: ein Junikäfer.

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