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Tagebuch 2002
2. Halbjahr
1. Juli
Nach vielen Versuchen ist es endlich einem offensichtlich
jungen Amselpärchen gelungen, Nachwuchs auszubrüten. Ihr Nest befindet sich gut
versteckt in einem unserer Apfelbäume. Die Futtersuche scheint in dieser
Jahreszeit nicht ganz einfach zu sein. Ameisen und ein Regenwurm sind die Beute
der Amselhenne auf beigefügtem Foto.

2.Juli
Bei der Gartenarbeit begegnet einem oft seltsames Getier.
Da viele Kleintiere sich ähnlich sind, ist ihre Bestimmung nicht immer ganz
einfach. Heute vermuten wir, einen Drahtwurm
gefunden zu haben, der leicht mit dem Mehlwurm verwechselt werden kann. Es ist
kaum zu glauben, dass aus solchem Gewürm einmal ganz ansehnliche Käfer
entstehen können.

3. Juli
Die seit Tagen kühle Witterung hemmt offenbar das
Wachstum der Kaulquappen. Zwei Exemplare zur Anschauung,
unterschiedlich groß. Rechts im Bild Teichlinsen. Vergleich mit dem Eintrag vom
18. Juni.

4. Juli
Am Zaun entdeckten wir zwei Ligusterschwärmer, wahrhaft phantastische und hier
seltene Schmetterlinge. Um sie zu fotografieren, beraubten wir sie erst einmal
ihrer Freiheit.

Es heißt, die
Tiere fliegen vorwiegend in der Dämmerung. Das mag stimmen. Die beiden waren
tags unterwegs, vermutlich intim... Ligusterschwärmer sind etwa 6 cm lang
und bei ausgebreiteten Flügeln gewiss 10 cm breit.

Mehr Fotos unter
>Schmetterlinge
>Ligusterschwärmer
5. Juli
Warme Witterung – Flugtag der Ameisen. Der geflügelte Nachwuchs verlässt
den Bau und versucht, sich in die Lüfte zu erheben. Übrigens eine begehrte
Beute der Teichfrösche, so sie es beobachten.

6. Juli

Obwohl die Amselhenne
schon füttert, sitzt sie doch oft auch auf dem Nest, um den zarten Nachwuchs zu
schützen und wohl auch zu wärmen.
7. Juli
Nette Überraschung im Sonnenschein: ein Rostfarbener Dickkopffalter! Welch seltene Erscheinung! Klein, aber fein!

9. Juli
An einem Hitzetag von 36 Grad Wärme im Schatten sitzt die Amselhenne
schützend vor dem Amselkücken im Nest, das den Schnabel herausreckt und offenbar
nach Luft schnappt. Es scheint nur ein Junges im Nest zu sein.

10. Juli
Wieder ein heißer Tag. Auch ein Sperling
sucht Abkühlung.

11. Juli
Seit dem Frühjahr haben sich bei uns weder Gras- noch Springfrösche gezeigt. Heute nun entdeckten wir gleich zwei
winzig kleine Nachwüchse. Da sie ihre Merkmale noch nicht eindeutig
herausgebildet haben, können wir sie nicht klassifizieren.


12. Juli
Für uns unerwartet schlüpfte das Amselkücken
aus seinem Nest und plazierte sich in unmittelbarer Nähe auf einen Ast. Hier
blieb es den Tag über sitzen und ließ sich weiterhin von seinen Eltern füttern.

13. Juli
Ein wirklich seltener Gast: ein Waldbrettspiel

16. Juli
Beim Entfernen einiger Äste eines Strauches entdeckten wir an der
Unterseite eines Blattes eine Kolonie von Raupen-Eiern.

17. Juli
Aus den Eiern haben sich bereits kleine Raupen entwickelt. Mal schauen, ob wir die Winzlinge richtig füttern können.

18.Juli
Die Kaulquappen wachsen langsam. Obwohl, es sind ein paar, die
wir in der Gefangenschaft halten. Das ist nicht gut. Wir werden sie demnächst
in die Teiche entlassen.

19. Juli
Der Amselhahn sitzt im Johannisbeerstrauch wie mit schlechtem
Gewissen. Aber das täuscht. Seit die Beeren reif sind, die Roten wie die
Gelben, futtern die Amseln morgens und nachmittags.

21. Juli
Vor zehn Tagen stellten wir zwei kleine
Nachwuchsfrösche vor. Damals wussten wir nicht genau, ob es sich um Gras- oder Springfrösche
handelt. Heute fanden wir einen Froschwinzling, bei dem die Abstammung
eindeutig ist. Es handelt sich um einen Moorfrosch.
Leicht zu erkennen an dem durchgehenden, hellen Rückenstreifen. Ob er wohl ein
Kind des Paares ist, das wir am 23. Mai dieses Jahres gezeigt haben? Zu finden
unter Tagebuch 2002, 1. Halbjahr. (Klick hier)

27. Juli
Heute wieder einmal ein warmer Sommertag. Und
schon fliegen die Schmetterlinge. Überhaupt scheint das Jahr der Schmetterlinge
zu sein. Jedenfalls sahen wir heute zwei Exemplare, die uns hier ganz und gar
neu scheinen. Nämlich einen Perlmutterfalter und ein Grosses Ochsenauge.


28. Juli
Die Kaulquappen sind gut
herangewachsen. Im Froschpfuhl zahlreiche Exemplare offenbar vom Moorfrosch,
und in den übrigen Teichen, allerdings weniger zahlreich, Exemplare vom
Teichfrosch. Vom letzteren hier im Bild, etwa 4cm lang, aber noch ohne Beine.

29. Juli
Überraschung im Froschteich, dem kleinen Tümpel, wo
unsere Pumpe steht und das Wasser aus dem Teich-Verbund über einen kurzen
Bachlauf hinströmt: ein bunter kleiner Fisch! Wahrscheinlich ein junger Koi! Wir haben ihn „Moritz V.“ genannt, weil wir ähnlich bunte kleine
Fische schon seit Jahren gelegentlich beobachtet haben, aber noch keiner
wirklich heranwuchs.
Er wurde herausgefangen, fotografiert und in die
Teiche gegeben. Seither ist er verschwunden.

30. Juli
Beim Rasenmähen entdeckten wir glücklicherweise
noch rechtzeitig eine Erdkröte. Später posierte sie regelrecht vor unserer
Kamera. Weitere Fotos hier.

3. August
An unserem Sommerfliederbaum hat sich eine
Räuberin eingestellt, nämlich eine Hornisse, die prinzipiell und
gezielt alle Schmetterlinge vertreibt. Sie fliegt die Tiere an, stößt auf sie
zu, als wollte sie diese packen. Zum Glück waren die Schmetterlinge bislang
schneller, aber der Baum blieb heute zeitweise leer.

6. August
Freudige Überraschung: ein Schwalbenschwanz am Sommerflieder!

Und
nebenher ein kleiner Service für Freunde des Luftschiffbaus. Ein CargoLifter
über unserem Garten. Klicken Sie hier.

14. August
Im Froschbecken wachsen Teichfrosch-Kaulquappen heran. Die Teichfrösche, gierig am Rande sitzend,
haben den Bestand gewiss dezimiert, aber so ein gutes Dutzend wird es wohl
schaffen.

17. August
Nachdem die Haselnüsse aufgefuttert sind, ernten
die Eichkater im Wallnussbaum. Heute erschienen gleich zwei.
Der eine beginnt bereits vor Ort mit der Mahlzeit.

Der andere hatte Pech. Er war zwar mit seiner
Beute schon in der nahen Kiefer, aber dann war sie ihm entfallen. Man sieht, wie
er enttäuscht in die Tiefe schaut. Wenigstens zwei Minuten saß er so da, dann
zog er davon.

20. August
Im Froschpfuhl einen werdenden Teichfrosch entdeckt. Er sitzt still und geduldig. Noch hat
er den Schwanz aus seiner Kaulquappen-Zeit. Aber bald wird er sich ans Ufer
begeben. Hoffen wir, dass ihn die Alten nicht wegfressen.

23. August
Drei Teichfrosch-Winzlinge
(noch mit Kaulquappen-Schwanz) im Froschpfuhl gesichtet, und in den Teichbecken
einen Geldbrandkäfer!
25. August
Der Fischnachwuchs ist schwer zu erfassen. Fest
steht, dass einige ausgesprochen bunte kleine Fische heranwachsen, im
Durchschnitt zur Zeit etwa 4 bis 6cm groß. Sie schwimmen sehr hektisch und
halten sich ganz selten kurz an der Oberfläche auf. Sind es Koi? Hier ein Foto

26. August
Nun schon drei „komplette“ junge Teichfrösche gesichtet, das heißt ohne Kaulquappen-Schwanz.
Wir hoffen, dass die hungrigen „Alten“ sie nicht wegfressen. Das hier gezeigte
Exemplar ist in der Natur etwa 3cm lang.

27. August
Unser größter Teichfrosch
– wir nennen ihn „XXL“ – wanderte heute vom Froschpfuhl in den Fischteich. Die
Ursache für diesen Positionswechsel kennen wir nicht. Wahrscheinlich ging ihm
die Nahrung am alten Standort aus. (Siehe 26. August).

28. August
Heute endlich ist es gelungen, brauchbare
Aufnahmen von unserem überraschenden Fisch-Nachwuchs zu machen. Die beiden
grüngoldenen Fische, wahrscheinlich Goldfische,
hat unsere Tochter „Schlemihle“ genannt. Wir zeigen hier ein Exemplar.

1. September
Die schwülwarme Sommerluft ist gewichen, kühlere
Temperatur hat sich durchgesetzt. Besonders die Vögel scheinen das registriert
zu haben. Plötzlich lässt sich ein Rotkehlchen wieder im
Garten blicken, auch Blaumeisen. Und der im Winter in unseren Hecken hausende
Schwarm Sperlinge hat uns einen kurzen Besuch abgestattet.

4. September
Kurz nach Mitternacht wurde ich zufällig gewahr,
dass gegenüber im Wald eine Horde Wildschweine zugange war.
Es schnaufte und grunzte, es knackte im Unterholz. So zehn Tiere müssen es
gewesen sein. Ich stand mit der Kamera hinterm schützenden Gartenzaun, aber
keine Sau ließ sich auf der Straße blicken. Nach etwa 15 Minuten wurde es
wieder ruhig gegenüber.
10. September
Heute gegen 20.30 Uhr gelang es uns endlich
einmal, den Igel zu Gesicht zu bekommen, der schon den ganzen
Sommer über nachts unseren Garten besucht, seine Visitenkarte hinterlässt und
morgens verschwunden ist. Diesmal war er wohl früher gekommen, weil er Appetit
hatte auf unsere Frosch-Winzlinge, die das Teichareal verlassen und – ebenfalls
auf Futtersuche – im Gras herumhopsen. Es gelang, ein Foto zu schießen, als er
in unserer „Waldregion“ streunte.

14. September
Lautes Klopfen an einer unserer Pappeln machte uns
aufmerksam. Schließlich entdeckten wir den Buntspecht
hoch oben am Baum an der Stelle, wo wir die Pappel wegen ihrer gefährlichen
Höhe hatten absägen lassen müssen. Ein schöner großer Vogel. Leider ungünstig
im Licht, so dass die Aufnahmen enttäuschten. Dennoch hier ein Exemplar.

15. September
In diesem Jahr ist unser Teichfrosch-Nachwuchs nicht sehr zahlreich. Wir sind sehr
vorsichtig, wenn wir über den Rasen gehen, damit wir keinen der kleinen Frösche
tottreten, die auf Futtersuche aus dem Teich kommen. Sie sind für die
Jahreszeit noch sehr klein und zart.

21. September
Zu unserer Freude kurvte heute beim Füttern der
Fische ein Nachwuchs (siehe Foto) in der Tiefe neugierig herum. Dann
sauste ein Koi heran und vertrieb ihn, aber er blieb in der Nähe. Es gelang ihm
sogar, erstmals ein Stückchen zu ergattern.

Wir hatten schon früher beobachtet, dass Koi
gegenüber dem Nachwuchs ausgesprochen aggressiv sind.
27. September
Im Verlaufe des Tages sahen wir mehrere Zugvögel-Schwärme hoch über uns gen Südwest fliegen. Das
sichere Zeichen für das Ende des Sommers.
4. Oktober
Seit Tagen futtern Meisen und Grünfinken von unseren Sonnenblumen. Aber sobald wir mit der
Kamera kommen, fliegen sie auf und davon. Heute endlich gelangen Aufnahmen von
einem Grünfinken. Interessant, wie akrobatisch er sich nach unten
beugt, um an die Kerne heranzukommen.

5. Oktober
Im Teich wieder einen Gelbrandkäfer gesichtet.

10. Oktober
Bei kühlem, aber schönem Wetter ziemlich lebhafter
Betrieb an unseren Sonnenblumen. Am geschicktesten sind die Kohlmeisen, die sich von unten heransetzen und picken.

13.
Oktober
Als Dokument ein Foto vom ersten Schnee des
Winters 2002/3

17. Oktober
Unsere lustige Spatzenschar hat – nach Abwesenheit während der Sommermonate –
wieder ihr Winterquartier in der Ligusterhecke bezogen. Neben dieser Hecke
steht ihr Spatzenbad, von dem sie gleich nach ihrem Wiedereinzug intensiven
Gebrauch machten.

28.
Oktober
Nach dem Orkan
in der Nacht, der uns übrigens drei schöne Kiefernäste gekostet hat, schaute
sich gegen Mittag im Froschpfuhl ein Frosch nach
der aktuellen Lage um. Wobei wir uns nicht einigen konnten, ob es sich um einen
Teich- oder einen Moorfrosch handelte. Es waren etwa 9 Grad Lufttemperatur.

31.
Oktober
Ein wenig
Sonnenschein und angenehme Temperaturen lockten zum Bade. Der Schwarm Sperlinge diesmal an anderer Stelle.

1.
November
Die reifen
Sonnenblumen haben wir, damit sie nicht unnötig feucht werden, zerpflückt ins
Futterhaus gelegt. Auf diese Weise werden die Kerne von den Vögeln gern
gefuttert, vor allem von den Kohlmeisen.

2.
November
Beim Harken von
Laub stellt sich, wie auch bei anderen Gartenarbeiten, oft ein kleiner Kerl bei
uns ein. Es ist ein Rotkelchen, das auf günstige Weise zu Futter zu kommen
versucht. Manchmal hat man auch den Eindruck, es fungiere als eine Art kleiner
Arbeitsinspektor.

5.
November
Der größte Vogel,
der sich schon mal für unser Futterhaus interessiert, ist der Eichelhäher. Wenn er anfliegt, haben alle anderen Vögel
Pause.

7.
November
Gegen 11.30 Uhr,
als wir damit beschäftigt waren, ein zweites Futterhaus für die Vögel
aufzustellen, flog ein Graureiher ein, landete in der Nähe unserer Teichbecken,
gewahrte uns und erhob sich wieder in die Lüfte. Er sparte sich so die
Enttäuschung, an ein bereits 1cm gefrorenes Gewässer zu geraten, in dem die
Fische sich in der Tiefe aufhalten.
14. November
Auf Stippvisite
an den Tränken ein wunderschöner Kernbeißer. Doch leider:
Noch ehe wir den Fotoapparat zur Hand hatten, war er auf und davon.
Ein bisschen
Fotoglück hatten wir mit einer Haubenmeise, die in unserer Hainbuchen-Hecke vorm Haus herumhüpfte.
Seltene Gäste.
Sind sie auf der Durchreise in den Süden?

18.
November
Uns fällt auf,
dass sich heuer keine Ringeltauben mehr sehen lassen. In früheren Jahren konnte man
sie auch um diese Jahreszeit noch an ihren gewohnten Sitzplätzen sowie an der
Vogeltränke beobachten. Aus einschlägigen Fachbüchern erfahren wir, dass sie
sogenannte „Teilzieher“ sind. Wir wüssten sehr gern, warum sie ausgerechnet in
diesem Jahr davongezogen sind.

22.
November
Heute wurden wir
Zeuge, wie ein Eichhörnchen die Futterhäuser für die Vögel und die in der
Nähe befindliche Nistkanne gründlich inspizierte. Aber Vogelfutter ist offenbar
nicht genehm. Endlich, unten in der Hainbuchenhecke, fand es dann etwas zu
futtern.

Weitere Fotos
vom Ereignis >hier<.
12.
Dezember
Überraschend
flog ein Sperber ein, landete kurz auf dem Geländer unserer Teichbrücke,
schaute sich um, verrichtete nebenbei seine Notdurft und war husch wieder
zwischen den Bäumen verschwunden. Keine Chance, ihn zu fotografieren.
21.
Dezember
Am Morgen fand
sich ein Zeisig (auch Erlenzeisig genannt) am Fuße unseres
Futterhauses ein und nährte sich. Nach Auskunft kluger Bücher halten sich diese
Vögel im Winter gern im Tiefland und in Gruppe auf. Mal schauen, ob er nur der
Vorreiter war und sein Trupp noch kommt. Übrigens handelt es sich um ein
Männchen. Siehe „schwarze Kopfplatte“!

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