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Ende Mai 2009 erhielten wir von Manuel Herold aus Bayern folgende Mail unter der Überschrift:

Gelbrandkäfer  -  die Wahrheit

 

Hallo,

habe beim Stöbern Ihre Seite entdeckt und etliche Lesermails, in denen beschrieben wurde, wie etwa 150 Gelbrandkäfer auf Teichfische losgehen, oder jemand versucht hat, einen Gelbrandkäfer mit Gefrierfach, Bunsenbrenner und Chlor erfolglos zu töten, bzw. wie er eine Katze angefallen hätte und vieles mehr...

Ich muss sagen, ich bin empört, was manche Leute für Lügen verbreiten können, aber sich dann nicht trauen, ihre E-Mail zu hinterlassen!?!

1. Gelbrandkäfer fallen keine Fische von einer Größe von 15 cm an, weil sie die gar nicht erwischen.
2. Sie haben gar nicht die Absicht, irgendwelche quick lebendigen Tiere zu fangen, da es ihnen nur unnötig viel Energie kosten würde. Die Käfer schnappen sich kleine andere Wasserinsekten, durchaus gesunde Kaulquappen, kleine Jungfische, die krank oder schwach sind. Alles andere ist den Käfern zu schnell.
3. Gelbrandkäfer bekommen nach einem Chlorbad selbe oder ähnliche Verpilzungskrankheiten wie Fische.
4. Gefrierfach überlebt der Käfer garantiert nicht Minuten lang, es sei denn, das Gefrierfach ist nicht im Betrieb.
5. Bunsenbrenner grillen das Insekt wie jedes andere auch!
6. 150 Käfer im Teich? - Ein sehr, sehr seltener Fall, möglicherweise wurden von einem Weibchen im Frühjahr Eier gelegt, ca. 1000 an der Zahl.
Wie läuft das eigentlich mit dem Paaren und Aufwachsen der Käfer ab? Nach der Paarung legt das Weibchen dicht unterhalb der Wasseroberfläche ihre Eier mit einem Legestachel in abgestorbenes und moderndes Pflanzenmaterial... daraus schlüpfen nach einigen Tagen die Larven, diese Larven müssen später zum Entpuppen aus dem Wasser heraus und sich ca. 10-20 cm in der Erde vergraben... Die Käfer sind zurzeit strengstens geschützt. Weil immer mehr Teichbesitzer das Insekt töten, angetrieben von solchen Lügen, wie ich in den genannten Schreiben lesen musste! So kann es fasst nicht sein, das sich wochenlang 150 Käfer im Teich tummeln, es sei denn, es ist ein See...
Die Käfer können fliegen, wenn ihnen kein Futter mehr im Teich bleibt, fliegen Sie weg. Genau so, wenn sich noch 150 andere Mitesser darin streiten. Die Larven streiten teilweise untereinander und töten sich gegenseitig, so dass es fast unmöglich ist, eine solche "Epidemie" im Teich zu haben.

Woher ich das alles weiß? Ich hab vor einigen Jahren selbst 3-4 solche Käfer im Aquarium gehalten und beobachtet!
Ich wurde NIE von einem gebissen, obwohl ich sie des Öfteren in der Hand hatte, weil ich sie in ein anderes Gefäß getan habe oder weil er ins Trockene gefallen war...
Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Katze solche Wunden davon tragen würde. Kleine Stiche vielleicht, aber keine riesen Blutungen wie in der Mail beschrieben.

Von mir aus dürfen Sie diese Mail auf ihre Seite setzen, natürlich auch MIT meiner Mailadresse...

Mit freundlichen Grüßen
Heroldini

 

Nach einer Rückfrage mailte uns Manuel Herold Anfang Juni 2009 ergänzend noch dies zum Thema Gelbrandkäfer:

 

Wenn Sie näher auf das Thema eingehen wollen, habe ich noch einige kleine Wissenskostbarkeiten:

Gelbrandkäfer sind generell nachtaktiv, tauchen aber tagsüber des Öfteren auf um Luft zu holen. Wenn Sie verschreckt werden, schwimmen sie weg. Ohne Luft zu schnappen bleiben sie ca. 20 - 30 Minuten unter Wasser (im Schlaf habe ich teilweise bis zu einer guten Stunde beobachten können).
Im Winter halten sie, wie Fische, einen Winterschlaf tief unten im Teich. Atmung erfolgt bei Larven über den Hinterleib (Bild 1) und bei ausgewachsenen Tieren über die Flügeldecken (Das Hinterteil ragt aus dem Wasser, dabei werden die Flügel ca. 2-3 mm vom Körper gehoben. Die Luft wird unter den Flügeldecken gespeichert.
Die Weibchen (Bild 2) sind an ihren tiefen Furchen auf den Flügeldecken unschwer zu erkennen. Sie legen bei Befruchtung (Paarung, meist im Herbst, dauert ungefähr 15 Minuten, manchmal lässt sich das Männchen aber noch einige Stunden / Tage auf ihr herumtragen...) in 1-2 Monaten, nach der Überwinterung, ca. 300 - 1000 7-8 mm große Eier mit ihrem Legestachel in Pflanzenteile.
Die Männchen erkennt man an den ziemlich glatten Flügeln (Bild 3) und an den 2 mm großen Saugnäpfen an den Vorderbeinen (Bild 4), welche bei der Paarung dazu dienen, sich beim Weibchen "fest zu klammern".
Wird das Futter in einem Teich knapp, fliegen Sie nachts los. Da sie relativ schlecht sehen, suchen sie nach größeren glatt-glänzenden Flächen, auf denen Sie landen können. Ruhige und stehende Gewässer sind nachts fast wie Spiegel. Leider landen viele dabei auch auf menschlich geschaffene Spiegel, wie Straßen, Autodächer, etc...

bild 1:
http://www.hydro-kosmos.de/winsekt/wins12.jpg
--- Larve
bild 2:
http://www.regiocom.ch/natura/images/gelbrandkaefer.jpg
--- Weibchen
bild 3:
http://www.naturspektrum.de/img/bilder/d0183_540_360.jpg
--- Männchen
bild 4:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/68/Geelgerande02.jpg
--- Männchen

So... mehr fällt mir jetzt nicht ein... das meiste kann man ja in wiki nachlesen ;)

 

 

 

 

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